Ausbildungspraktikum

1. Zweck eines Ausbildungspraktikums

2. Obligatorische Inhalte Kategorie B

3. Obligatorische Inhalte Kategorie A

4. Obligatorische Inhalte Kategorie C

5. Verschienene Prakrikumsmodelle und ihre Vor- und Nachteile

6. Möglichkeiten unserer Praktikumsmodelle

 

Das Ausbildungspraktikum ist die Schnittstelle zwischen Fahrlehrerausbildung und Beruf. Für Auto-Fahrlehrer/innen gibt es in der Schweiz kaum Anstellungsangebote, und wenn wird häufig im Stundenlohn abgerechnet. Damit trägt der Arbeitnehmer das Risiko teilweise selbst, ähnlich wie der Selbstständigerwerbende.

Wir haben über 300 Ausbildungspraktika, sowohl intern als auch extern, mit Betreuung durch interne und externe Fahrlehrer durchgeführt. Unser Netzwerk überspannt alle Kantone der Deutschschweiz sowie die Kantone Fribourg und Tessin. Wir pflegen auch eine enge Zusammenarbeit mit den Strassenverkehrsämtern, in die wir unsere Praktikanten einführen. Aus dieser Erfahrung empfehlen wir, das Ausbildungspraktikum als Sprungbrett für die eigene Berufstätigkeit zu nutzen. Wird das Praktikumsmodul seriös durchgeführt geniesst man als Praktikant/in Unterstützung in Form von Ansprechpartnern, Begleitunterricht, Kontakten usw., die im Modul und den Modulkosten enthalten sind.

Ein wesentliches Merkmal für ein gutes Ausbildungspraktikum ist die Flexibilität, die Bedingungen an die persönliche Situation und den Praktikumsfortschritt anzupassen. Aus diesem Grund kann unser Ausbildungspraktikum wahlweise über 6 oder 9 Monate absolviert werden, da wir in unserer Fahrlehrerschule 4 x pro Jahr Berufsprüfungen durchführen lassen. Somit besteht während des Ausbildungspraktikums im Bedarfsfall die Möglichkeit, die Berufsprüfung um 3 Monate zu verschieben.

Die folgenden Erklärungen zu den verschiedenen Möglichkeiten im Ausbildungspraktikum empfehlen wir Ihnen deshalb unbedingt zum Studium, damit Sie für Ihre persönliche Entscheidung eine solide Grundlage haben.

Zur einfacheren Verständlichkeit verwenden wir in den untenstehenden Textblöcken nur die männlichen Formen als Bezeichnung für beide Geschlechter.


1. Zweck eines Ausbildungspraktikums

Modul B7 in der Modulreihe Kategorie B, Auto-Fahrlehrer/in
Modul A7 in der Modulreihe Kategorie A, Motorrad-Fahrlehrer/in
Modul C7 in der Modulreihe Kategorie C, Lastwagen-Fahrlehrer/in

Das Ausbildungspraktikum als Modul 7 in der Modulreihe steht zwischen Grundausbildung und Abschlussprüfung. Die vorherigen Module abgeschlossen und die Modulprüfungen bestanden zu haben sind zwingende Voraussetzungen für das Ausbildungspraktikum. Es wird durch die Fahrlehrerverordnung des Strassenverkehrsgesetzes und die Praktikumsrichtlinie des SFV Schweizerischer Fahrlehrer Verband geregelt. Das Ausbildungspraktikum dient dazu, den Fahrlehrerberuf unter Aufsicht und gewissen Rahmenbedingungen über eine begrenzte Zeit ausüben zu dürfen und die Inhalte der Grundausbildung im Berufsfeld anzuwenden, die Tätigkeiten zu reflektieren und die eigenen Fähigkeiten aktiv weiterzuentwickeln.


2. Obligatorische Inhalte Kategorie B

Das Ausbildungspraktikum umfasst nach Modulbeschrieb netto 200 bis 250 Stunden Lernzeit. Nach Praktikumsrichtlinie dürfen maximal 250 Fahrstunden ohne Aufsicht erteilt werden, was diese Lernzeit bereits ausfüllt. Die Anzahl der unter direkter Aufsicht (persönliche Begleitung durch den Praktikumsfahrlehrer) erteilten Fahrstunden ist nicht begrenzt. Die untenstehende Auflistung zeigt sämtliche Pflichten auf, die während eines Ausbildungspraktikums zu erfüllen sind, um den Modulabschluss zu erreichen. Die effektive Lernzeit ist demzufolge höher als im Modulbeschrieb ausgewiesen.

  • 5 Fahrschüler vollumfänglich und auf Niveau Prüfungsreife ausbilden
  • Ausbildungskarten und Wochenblätter nach Vorschriften der Fahrlehrerverordnung führen
  • Mindestens 2 vollständige Verkehrskundekurse oder als Gegenwert 8 Abende Verkehrskundeunterrricht VKU erteilen (unter Aufsicht)
  • Mindestens 30 Stunden Begleitunterricht in der Fahrlehrer- oder Fahrschule absolvieren
  • Die persönliche Entwicklung dokumentieren, in einem Praktikumsschlussbericht beschreiben und in einem Portfolio zu Handen der QSK Qualitätssicherungskommission des SFV Schweizerischer Fahrlehrer Verband zusammenfassen

3. Obligatorische Inhalte Kategorie A

Das Ausbildungspraktikum umfasst nach Modulbeschrieb netto 120 Stunden Lernzeit. Die untenstehende Auflistung zeigt sämtliche Pflichten auf, die während eines Ausbildungspraktikums zu erfüllen sind, um den Modulabschluss zu erreichen. Die effektive Lernzeit ist auch in diesem Modul eher etwas höher als im Modulbeschrieb ausgewiesen.

  • Mindestens 1 vollständiger Motorrad-Grundkurs als Teilnehmer erleben
  • Mindestens 4 vollständige Motorrad-Grundkurse als Ausbildende/r erteilen (unter Aufsicht)
  • Fahrunterricht der Kategorien A1 und/oder A erteilen
  • Ausbildungskarten und Wochenblätter nach Vorschriften der Fahrlehrerverordnung führen
  • Die persönliche Entwicklung dokumentieren, in einem Praktikumsschlussbericht beschreiben und in einem Portfolio zu Handen der QSK Qualitätssicherungskommission des SFV Schweizerischer Fahrlehrer Verband zusammenfassen

4. Obligatorische Inhalte Kategorie C

Da wir keine Ausbildungen der Kategorie C anbieten verweisen wir dafür auf die entsprechenden Anbieter.

> Link zum Ablauf der Fahrlehrerausbildung Kategorie C


6. Verschiedene Praktikumsmodelle und ihre Vor- und Nachteile

Die im Modulbeschrieb, in der Fahrlehrerverordnung und in der Praktikumsrichtlinie beschriebenen Fakten gelten schweizweit für alle Fahrlehrerschulen und Fahrschulen. In schulinternen Konzept des Ausbildungspraktikums hat jedoch jede Fahrlehrerschule gewissen Freiheiten, die dazu führen, dass unterschiedliche Praktikumsmodelle möglich sind. Wir erklären die zwei gängigsten Praktikumsmodelle, um Ihnen mit diesem Überblick eine Grundlage für weiterführende Fragen und Entscheidungen anzubieten.

Wir haben seit 2008 beide Modelle mehrfach durchgeführt, zum Teil mit fixen und zahlreiche mit freien Partner-Fahrschulen, und lassen Sie gerne in unsere Erfahrungen und daraus resultierenden Erkenntnisse einblicken:

Zentrales oder internes Ausbildungspraktikum: Die Fahrlehrerschule betreibt gleichzeitig eine Fahrschule, in der Praktikanten Fahrstunden und Verkehrskundeunterricht an den Kundenkreis der Fahrschule erteilen. Die Vorteile aus unserer Erfahrung:

  • Keine oder kaum Verpflichtung, sich um eigene Fahrschüler/innen zu kümmern
  • Fahrschulfahrzeug wird eventuell zur Verfügung gestellt, entweder zur alleinigen Nutzung oder zur Nutzung durch mehrere Praktikanten
  • Ausbildungsort ist aus der Grundausbildung bekannt
  • Kein oder kaum organisatorischer Aufwand
  • Entschädigung (was je nach Konditionen Vor- oder Nachteil sein kann)

Die Nachteile ergeben sich teilweise als Konsequenzen aus gewissen Vorteilen:

  • Es besteht wenig persönliche Bindung zwischen Praktikant und Fahrschüler
  • Teilweise viele einzelne Lektionen mit verschiedenen Fahrschülern anstatt fortschreitende und vollständige Ausbildung von Fahrschülern
  • Zum Teil arbeiten mehrere Praktikanten abwechslungsweise am Fahrschüler, was genaue Informationen bei der Übergabe erfordert
  • Fahrschüler und Fahrzeug sind nicht immer verfügbar, der Praktikant muss sich nach der Verfügbarkeit richten
  • Das Fahrschulfahrzeug entspricht vielleicht nicht der eigenen Vorstellung
  • Starke Abhängigkeit von der Fahrlehrerschule oder Fahrschule
  • Zufriedene Fahrschüler bleiben am Ort der Fahrlehrerschule zurück
  • Die aufgewendete Lernzeit ist nur zum Teil nützlich für die spätere eigene Fahrschule
  • Kein Erfahrungsaufbau im späteren, eigenen Schulungsgebiet
  • Kontakt zu Fahrlehrern in der eigenen Region, in der später eine Fahrschule betrieben wird, ist nicht gefördert
  • Keine Orts- und Gebietskenntnisse im Schulungs- und Prüfungsgebiet des Strassenverkehrsamts im Wohnsitzkanton
  • Nach abgeschlossener Ausbildung kompletter Neubeginn ohne Unterstützung der Fahrlehrerschule, Mund-zu-Mund-Werbund muss neu aufgebaut werden

Dezentrales oder externes Ausbildungspraktikum: Die Fahrlehrerschule betreibt keine eigene Fahrschule, Praktikanten absolvieren das Ausbildungspraktikum am Wohnort resp. im Wohnsitzkanton, wo sie später ihre Fahrschule betreiben möchten oder bei/mit Fahrlehrern ihrer Region arbeiten. Die Fahrschule kann aus dem persönlichen Bekanntenkreis stammen und/oder bereits mit der Fahrlehrerschule zusammenarbeiten. Die Vorteile aus unserer Erfahrung:

  • Die persönliche Bindung in der eigenen Region führt zu einer besseren Lehrer-Schüler-Beziehung und mehr Chancen auf persönliche Weiterempfehlung
  • Pro Fahrschüler arbeitet nur ein Praktikant am Lernprozess, was besseres Vorankommen für beide gewährleistet
  • Das Fahrzeug einer Fahrschule mit nur einem Praktikanten oder ein eigenes Fahrzeug sind besser oder immer verfügbar
  • Viel Selbstbestimmung beim Zeit- und Einsatzplan
  • Wenig Abhängigkeit von der Fahrlehrerschule oder Fahrschule mit dementsprechender Selbstverantwortung
  • Zufriedene Fahrschüler verbreiten bereits im Ausbildungspraktikum im eigenen Schulungsgebiet Mund-zu-Mund-Werbung
  • Die aufgewendete Lernzeit ist zu 100 % in die eigene Fahrschule investiert
  • Ende Ausbildungspraktikum beziehen sich die Erfahrungen und Ortskenntnisse auf das eigene Schulungs- und Prüfungsgebiet
  • Die Kontakte zu Fahrlehrern und Strassenverkehrsamt sind das Netzwerk der eigenen Fahrschule
  • Nach Abschluss der Ausbildung ist kein Zusatzaufwand für den Aufbau der Fahrschule zu leisten
  • Aus dem Ausbildungspraktikum können Synergien aus der Zusammenarbeit mit der Praktikumsfahrschule bestehen bleiben, z. B. gemeinsame Nutzung von Theorieräumen, Fahrzeugen usw.
  • Die Entschädigungen aus den Fahrstunden bleiben im eigenen Portemonnaie

Die Nachteile ergeben sich teilweise als Konsequenzen aus gewissen Vorteilen:

  • Praktikanten stellen sich vor und während dem Ausbildungspraktikum dem Umfeld in ihrer Region
  • Praktikanten sind selbst aktiv, um mit Unterstützung der Fahrlehrerschule und der Fahrschule Fahrschüler zu finden
  • Mehrheitlich wird ein eigenes Fahrschulfahrzeug genutzt, es gibt allerdings auch gute Alternativen
  • Praktikanten arbeiten eher selbstständig und wägen mehrheitlich selbst ab wann sie Hilfe brauchen
  • In Zusammenarbeit mit der Fahrlehrerschule tragen Praktikanten ihren Teil der Verantwortung mit

5. Möglichkeiten unserer Praktikumsmodelle

Die meisten unserer Lernenden bevorzugen das dezentrale, externe Ausbildungspraktikum auf eigenem Fahrzeug und legen während dem Ausbildungspraktikum den soliden Grundstein für Ihre eigene Fahrschule. Dennoch haben wir auch die Möglichkeit, Praktikanten an Fahrschulen zu vermitteln, da wir auch immer wieder von Fahrschulen angefragt werden.

Wir stehen gerne zur Verfügung, wenn Sie sich diesbezüglich mit uns besprechen möchten, benützen Sie die untenstehenden Kontaktmöglichkeiten.


Kontakt

Sie bevorzugen direkten Kontakt anstatt das Formular auszufüllen?

Nutzen Sie 079 352 54 45 als Anruf, WhatsApp, SMS, iMessage usw.